Die Bedeutung des Lehrers

Die Bedeutung des Lehrers im Diamantweg-Buddhismus kann nicht unterschätzt werden. Der Lehrer vermittelt Segen, Mittel und Schutz gleichzeitig. Er symbolisiert mit seiner Verwircklichung das Ziel und ist gleichzeitig unverzichtbar als Begleiter auf dem Weg. Weil der Lehrer derart wichtig ist, ist es für den Diamantwegsschüler notwendig, den Lehrer anfangs eingehend zu überprüfen. Passen Schüler, Lehrer und Lehre zusammen ist die Basis für eine erfolgreiche Praxis vorhanden.

 

Neben unseren Hauplehrern Karmapa und Lama Ole Nydahl gibt es weitere wichtige tibetische Lehrer. Shamar Rinpoche, als zweiter Linienhalter der Karma Kagyü Linie neben Karmapa. Lama Jigme Rinpoche und Sherab Gyaltsen Rinpoche als enge Schüler des 16. Karmapa. Neben Belehrungen geben diese wichtige Einweihungen in Aspekte der buddhistischen Praxis.


Lama Ole Nydahl

Lama Ole Nydahl ist einer der bekanntesten westlichen Lehrer des Buddhismus. 1969 wurden er und seine Frau Hannah die ersten westlichen Schüler Seiner Heiligkeit des 16. Karmapa. Nach mehreren Jahren schickte dieser die beiden zurück nach Europa, um dort den Diamantweg-Buddhismus zu lehren. 

Lama Ole Nydahl genießt auch in Asien als buddhistischer Lehrer hohes Ansehen. Er lehrt in Nepal, Hong Kong, Thailand, Indien, Vietnam und Bhutan. Im Dezember 2012 nahm er als Ehrengast am Kagyü Mönlam in Bodhgaya, Indien teil – einer der weltweit wichtigsten Veranstaltungen der Karma Kagyü Schule.

2012 luden Mitglieder der bhutanesischen Königsfamilie Lama Ole Nydahl zu Vorträgen in der Hauptstadt Thimpu ein. Anlässlich dieses Besuchs wurde er auch von der bhutanesischen Queen Mother empfangen.


S.H. 17. Karmapa

Karmapa verkörpert die Tatkraft aller Buddhas und ist das Oberhaupt der Karma Kagyü Linie des Diamantweg-Buddhismus. Der Karmapa gilt als der erste bewusst wiedergeborene Lama Tibets - so war ein Schüler des 4. Karmapa der Lehrer des 1. Dalai Lama.

Geburt und Kindheit

Seine Heiligkeit der 17. Gyalwa Karmapa Trinley Thaye Dorje wurde im Mai 1983  in Lhasa, Tibet geboren. Sein Vater, der dritte Mipham Rinpoche, ist ein bedeutender Lama der Nyingma-Tradition, seine Mutter Dechen Wangmo entstammt einer tibetischen Adelsfamile, die ihre Herkunft auf den sagenumwobenen König Ling Kesar zurückführt. Die Familie wohnte mit dem Sohn Tenzin Khyentse zunächst am „Bharkhor“, einer berühmten, ringförmigen Pilgerstraße im Zentrum der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Schon als Kleinkind äußerte er, dass er der Karmapa sei.

Wiederauffindung

1986 gab Chogye Trichen Rinpoche, ein hoch angesehener Meister der tibetisch-buddhistischen Sakya-Tradition, Shamar Rinpoche einen Hinweis auf das Kind in Lhasa. Chogye Trichen berief sich dabei auf eigene Träume und Informationen eines Besuchers, der kurz vorher in Lhasa gewesen war und ein Foto des jungen Karmapa mitgebracht hatte.
Daraufhin bat Shamar Rinpoche, der als zweithöchster Lama der Karma Kagyü Linie traditionell für die Auffindung des nächsten Karmapa verantwortlich ist, den weithin bekannten Lehrer Lopön Tsechu Rinpoche, weitere Erkundigungen einzuziehen. Lopön Tsechu besuchte Lhasa und kehrte mit detaillierten Informationen über einen Jungen namens Tenzin Khyentse und seine Familie zurück. Er berichtet auch, dass der Junge ihn bei seiner ersten Begegnung  wieder erkannt hatte.
Anfang 1991 verkündete Shamar Rinpoche während der Einweihung eines Klosters in Nepal große Neuigkeiten: Nach Auswertung weiterer Informationen, der Durchführung traditioneller Prüfungen sowie einer Meditations-Zurückziehung sei nun klar, dass der neue Karmapa in Tibet lebe und den Namen Thaye Dorje tragen werde – ein Name, der „grenzenlose unveränderliche Buddha-Aktivität“ bedeutet.
1994 wurde der junge Karmapa mit Hilfe von westlichen Schülern aus Tibet nach Indien gebracht. Noch im selben Jahr inthronisierte Shamar Rinpoche den 17. Karmapa im Beisein zahlreicher Besucher aus der ganzen Welt im Karmapa International Buddhist Institute (KIBI) in New Delhi.

Ausbildung

Danach durchlief Karmapa eine umfassende Ausbildung bei Shamar Rinpoche, Topga Rinpoche, Prof. Sempa Dorje, Khenpo Chödrak Rinpoche, dem US-amerikanischen Philosophieprofessor Harrison Pemberton sowie vielen hochrangigen Lamas und Gelehrten des tibetischen Buddhismus.
Unter anderem reiste Chogye Trichen Rinpoche, Halter der Tsharpa-Sakya-Tradition und Hinweisgeber für die Auffindung des Karmapa, trotz seines hohen Alters von seinem Sitz in Nepal in das von Gendün Rinpoche aufgebaute Kloster Dhagpo Kagyü Ling in Frankreich, um Karmapa dort mehrere Monate lang Übertragungen und Einweihungen zu geben.
S.H. der 17. Karmapa, Chogye Trichen Rinpoche und Shamar Rinpoche
Später traf sich Karmapa mit Luding Kenchen Rinpoche, dem Halter der Ngor-Sakya Tradition des tibetischen Buddhismus, in den USA. Von ihm erhielt Karmapa Übertragungen, die zwar der Karma Kagyü-Tradition zugerechnet werden, aber über mehrere Generationen in der Sakya-Schule bewahrt wurden.
Von dem bedeutenden Nyingma- und Sakya-Meister Pewar Rinpoche empfing Karmapa darüber hinaus die gesamten Übertragungen des „Dam Ngag Dzö“, der größten Sammlung traditionsübergreifender Einweihungen im tibetischen Buddhismus.

Lehr- und Reisetätigkeit

Seit 1999 reist Karmapa Thaye Dorje regelmäßig in die Länder Südostasiens sowie nach Europa, Russland und Nordamerika. Bei seiner ersten Reise nach Europa begleitet ihn Löpon Tsetchu Rinpoche. Zum Auftakt wurde er im Januar 2000 in der Düsseldorfer Philips-Halle von mehr als 6000 Schülern herzlich empfangen, die aus den von Lama Ole Nydahl gegründeten Zentren für Diamantweg-Buddhismus kamen.In Indien ist Karmapa Thaye Dorje häufiger Ehrengast und Lehrer bei Veranstaltungen der sogenannten indischen Neo-Buddhisten. Diese Gemeinschaft, bei der Karmapa sehr hohes Ansehen genießt, ist aus der Emanzipationsbewegung ehemaliger Kastenloser in Indien hervorgegangen und umfasst inzwischen rund 20 Millionen Menschen.In Bodh Gaya, der wichtigsten Pilgerstelle des Buddhismus in Nordindien, leitet Karmapa Thaye Dorje, alljährlich das große Friedensgebet Kagyü Mönlam, an dem die Lamas der Karma Kagyü Linie und tausende von Menschen aus der Himalaya-Region teilnehmen.Karmapa Thaye Dorje unterstützt auch karitative Projekte, darunter das “Karmapa Healthcare Project”, bei dem westliche Ärzte auf der Basis von ehrenamtlichem Engagement entlegene Gegenden in der Himalaya-Region besuchen, um kostenlos Patienten zu behandeln und medizinisches Nachwuchspersonal auszubilden.Heute lebt Karmapa im Karmapa Buddhist International Institute (KIBI) in New Delhi (Indien) . Er ist der Schirmherr von etwa 900 Klöstern, Institutionen und Zentren weltweit.Im Jahr 2012 ernannte Karmapa Thaye Dorje Lama Jigme Rinpoche zum seinem Generalsekretär. Lama Jigme Rinpoche erhielt seine Ausbildung vom 16. Karmapa und wurde vom 16. Karmapa in den 1970er Jahren zu seinem Vertreter in Europa ernannt. Jigme Rinpoche ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen und ein vielfach gefragter Lehrer. Er ist außerdem spiritueller Ratgeber des Buddhistischen Dachverband Diamantweg e.V. (BDD). Er lebt heute in Dhagpo Kagyü Ling, Südfrankreich.Verbundenheit mit den Zentren des Diamantweg-Buddhismus in EuropaS. H. der 17. Karmapa besucht regelmäßig die Zentren für Diamantweg-Buddhismus in aller Welt – u.a. gab er mehrfach Belehrungen und Einweihungen im Europe Center in Immenstadt (Allgäu), dem internationalen Treffpunkt für Diamantweg-Buddhisten.


S.H. 16. Karmapa

Der 16. Gyalwa Karmapa Rangjung Rigpe Dorje (1924 - 1981) gilt heute noch als der "König der Yogis von Tibet". Er beauftragte 1972 seine Schüler Hannah und Lama Ole Nydahl den Diamantweg-Buddhismus in den Westen zu bringen und ist die Quelle für alle Meditationen, die in den Diamantweg-Zentren gelehrt und praktiziert werden.

Der 16. Gyalwa Karmapa Rangjung Rigpe Dorje wurde 1924 in Tibet geboren und lebte nach seiner Inthronisation in Tsurpu, Tibet. Nach der Besetzung Tibets durch China verließ Rangjung Rigpe Dorje 1959 das Land zusammen mit Dilgo Khyentse Rinpoche und mehr als 100 weiteren Lamas in Richtung Bhutan. Von Bhutan aus ging der 16. Karmapa nach Rumtek in Sikkim und brachte so wertvolle Reliquien der Karma Kagyü Linie in Sicherheit.
Dort befand sich das verfallene Kloster, das zur Zeit des 9. Karmapa errichtet worden war. Ab 1962 ließ der 16. Karmapa das Gebäude als Hauptsitz der Karma Kagyü Linie neu errichten.
Auf Ihrer Hochzeitsreise im Jahr 1969 begegneten Hannah und Ole Nydahl dem 16. Karmapa am Swayambhu-Stupa in Kathmandu, Nepal. Beide wurden seine engen Schüler und mehrere Jahre von ihm persönlich sowie von hohen Kagyü-Lamas unter seiner Leitung geschult.
1972 schickte der 16. Karmapa Hannah und Lama Ole Nydahl zurück nach Europa – mit dem Auftrag, in seinem Namen zu lehren und Zentren für Diamantweg-Buddhismus zu gründen.

Hannah und Lama Ole begleiteten den 16. Karmapa 1974 und 75 auf seiner ersten Reise in die USA sowie nach Kanada und durch Europa. Dabei fuhren die beiden den Karmapa einem alten VW-Bus durch Skandinavien und Deutschland. 1975 brachte Lama Ole den 16. Karmapa unter anderem in das Buddhistische Haus der Stille in Roseburg bei Hamburg sowie nach Lübeck und Kiel. Weiter ging es nach Holland, Frankreich, Italien und in die Schweiz.
1976 und 77 wurde der 16. Karmapa von Lama Ole auf seiner zweiten Reise in den Westen begleitet. Nach einem Besuch in den USA besuchte er Frankfurt, Berlin-Kreuzberg, Hamburg und München sowie Österreich, Frankreich, Österreich, die Schweiz, Belgien, Großbritannien und Irland.
1981 verstarb der 16. Karmapa im Alter von 56 Jahren in der Nähe von Chicago. Sein Körper wurde nach Rumtek gebracht und dort bei einer rituellen, mehrtägigen Zeremonie verbrannt, zu der auch Lama Ole mit seinen Schülern eingeladen war. Die Reliquien des 16. Karmapas und seine Schwarze Krone sollen sich bis heute in Rumtek befinden.